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Pomposia
monasterium in Italia primum

Testo di Aniello Zamboni e Cesare Bornazzini

 

 

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Eine flache, öde Landschaft, die von Wasserflächen unterbrochen ist, die nur dem Anschein nach stehende Gewässer sind, in Wirklichkeit aber voller Leben sind.
Ein dichtes Netz von Kanälen und langsam und ruhig dahin fließenden Flüssen, die sich aber jederzeit in die Hauptdarsteller entsetzlicher Ereignisse verwandeln können, um dem Wasser die mühsam trockengelegten Ländereien zurückzugewinnen.
Das Po-Delta wird heute von der Staatsstraße Romea, die Ravenna mit Venedig verbindet, durchquert, während es einst von der POPILIA, der antiken Pilgerstraße, die Rom mit Osteuropa verband, durchquert wurde.
Entlang dieser Straße entstand im siebten, vielleicht sogar schon im sechsten Jahrhundert POMPOSA, die Abtei, die von Benediktinermönchen, die von CASSINO auszogen, um Europa zu bekehren, gegründet wurde.
Der ideale Ort, um das Kloster zu errichten.
Die Insel von Pomposa ist vom Meer und von zwei Flüssen, dem Po von Goro und dem Po von Volano umgeben und diese besondere Lage verleiht dieser Siedlung ein gesundes Klima und macht eine rege Kommunikation mit dem Hinterland möglich.
In Pomposa widmen sich die Anhänger von Benedikt dem Gebet, dem Studium, der Meditation und der Arbeit - Tätigkeiten, die im berühmten "ORA ET LABORA" zusammengefaßt sind.
Die Stille, die Pomposa umgibt, wird nur im Jahre 874 vom einem Brief von Papst Johannes VIII unterbrochen, in dem St. Maria von Pomposa erwähnt wird.
Über Jahrhunderte folgen Bezeugungen in Fülle über die Größe des Klosters, das während der Abtzeit von S. Guido in den ersten Jahrzehnten nach der Jahrtausendwende als das erhabenste in Italien … MONASTERIUM IN ITALIA PRIMUM betrachtet wurde.
Aber der Po, der diese Insel einst glücklich gemacht hatte, wird die Ursache ihres Untergangs sein.
Überflutungen und Versumpfung führen zum langsamen aber unaufhaltsamen Verfall der Abtei, die 1671 mit der endgültigen Entfernung der Benediktiner ihr Ende findet.
In diesen letzten Jahrzehnten präsentiert sich Pomposa, die völlig restauriert wurde, der Welt mit beeindruckenden Bezeugungen ihrer Vergangenheit.

 

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Der 50 m hohe Glockenturm erhebt sich ähnlich einem riesigen Halm gegen den Himmel, als wolle er die wachsende Sehnsucht nach dem Reich Gottes bezeugen.
Die vier Fassaden sind identisch. Die leichte Verjüngung und die Umsicht, die Öffnungen, je weiter man nach oben steigt, zu erweitern, erleichtern die beeindruckende Größe des Turmes, der majestätisch und rot schimmernd über die anliegenden Täler und ausgedehnten Ebenen dominiert.
Eine Gedenktafel weist auf das Baujahr und den Meister hin: "Im Jahre 1063 hat mich der Meister Deusdedit errichtet".
Wie im Turm selbst, so bestehen auch an der Laubengangfassade Architektur und Dekoration nebeneinander.
Das architektonisch einfache Atrium ist ein Meisterwerk an Leichtigkeit und Verzierungen.
Terrakotta-Friese ….. geborgene Bildhauerwerke, Symboltiere … Majoliken, Basrelieffiguren, Rosetten … bandförmige Ornamentgesimse aus Terrakotta. Alles nur dem Anschein nach willkürlich in einer Mauer aus roten und gelben Ziegelsteinen eingesetzt, die sich in Farbtönung und Form unterscheiden.
Der Meister dieses einzigartigen Bauwerkes ist Mazulone.

 

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Die Kirche ist in drei Hauptschiffe und neun Querschiffe aufgeteilt…
Die zwei Schiffe, die der Fassade am nächsten liegen, sind wesentlich breiter als die anderen, denn sie sind dank der Vergrößerungsarbeiten während der Abtzeit von S. Guido errichtet worden.
Die wundervollen Fresken, welche die Seitenwände des Hauptschiffes verzieren, sind durch ein einziges Thema vereint: die Geschichte der Rettung, die in drei Zeiten aufgeteilt ist: das Alte Testament, das Neue Testament und die Apokalypse.
Das Göttliche Gericht ist in der Innenfassade dargestellt. Es handelt sich um Werke aus dem 14. Jahrhundert.
Die volkstümliche und realistische Beredsamkeit, mit der die Ereignisse dargestellt sind, geht schon aus dem Gemälde des Alten Testamentes hervor.
Es geht von der Verführung von Adam und Eva …. zum Sieg der Schlange, dem Teufel, aus und endet mit Elias, der auf einem Feuerwagen in den Himmel entführt wird.
Die Sprache der Fresken ist so direkt, daß jedem unweigerlich die Worte des Hl. Gregor dem Großen in den Sinn kommen: "die Malerei erfüllt für die Dummen dieselbe Funktion der Schrift. In den Gemälden sehen die Ungebildeten die zu folgenden Beispiele und sie dienen jenen, die nicht lesen können; die Bilder sind in den Kirchen, nicht um angebetet zu werden, sondern um zu lehren".

 

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Auch die Basrelief der Fassade befinden sich dort, um gelesen zu werden …. und es ist eine einzige Idee, die sie vereint: der Mensch in seinem temporären und ewigen Ausmaß und der Kampf zwischen Gut und Böse.
Die Vereinigung Löwe - Adler - Pfau symbolisiert den Menschen in seiner irdischen Existenz, bestehend aus Körper (der Löwe) und Geist (der Adler). Der Wunsch nach himmlischer Seligkeit wird durch den Pfau mit seinem einzigartigen Gefieder und durch sein für unbestechlich gehaltenes Fleisch dargestellt.
Die Sonne und der Mond symbolisieren das Vergehen der Zeit, die um die segnende rechte Hand Gottes kreist.
Im Kreuz auf der rechten Seite befindet sich das Lamm, der Wiederhersteller des himmlischen Reiches.
In Antithese zu den Kreuzen der Drachen, Symbol des Bösen und ein pantherähnliches Tier, das erste Tier der Apokalypse.

 

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Wie in einem Farbfilm laufen auf dem Mittelstreifen des Schiffes die Ereignisse des Neuen Testamentes ab.
Der Verkündigung folgen nach und nach die Erzählungen der Evangelien bis hin zur Herabkunft des Heiligen Geistes zu Maria und den Aposteln im geschlossenen Raum des Letzten Abendmahls.
Über den Bögen die Bilder der Apokalypse: vom Traum des Evangelisten Johannes zur Einkerkerung des antiken Feindes, dem Schlangendrachen … dem Teufel!
Es ist der harte und gewaltige Kampf des Guten gegen das Böse bis zum Sieg des Guten.
Der Boden ist ein Mosaik, das sich wie ein Teppich vom Eingang bis hin zum Altar zieht, und das Auge dazu verleitet, zur Wölbung der Apsishalbnische empor zu schauen, wo die in den Fresken an den Seitenwänden geschilderte und durch die Symbole an der Fassade angekündigte Erzählung beendet wird.
Hier setzt Vitale da Bologna den Epilog der Menschheitsgeschichte.
Christus ist, auf dem Thron seiner Glorie sitzend, in eine Mandel in den Farben des Regenbogens und einem Himmel voll Sterne eingeschlossen. Um ihm stehen musizierende Engel und eine Vielzahl von Auserwählten.
Die Bildnisse ziehen wegen ihrer Intensität und ihres Reichtums an Details die Aufmerksamkeit auf sich: von den harten Gesichtszügen Christi zur Unaufmerksamkeit einiger Engel, die durch die Neugier für den von der Mutter Gottes und vom Hl. Benediktus eröffneten Zug abgelenkt sind. Der Mönch Andreas, Auftraggeber des Werkes im Jahre 1351, ist kniend dargestellt.
Es ist die Darstellung vom Paradies. Dies wird auch durch die Worte der ornamentalen Schriftrolle, die der Engel in den Händen hält: "Glücklich die Augen jener, die das sehen, was Ihr seht".
An der Basis der Apsis die Geschichten vom Hl. Eustachius …
Dem römischen Soldaten Eustachius erscheint eines Tages während der Jagd das Antlitz Christi. Diese Vision zeichnet das Leben des Soldaten, der sich bekehrt und sich zusammen mit seiner Frau Teopista und seinen zwei Söhnen taufen läßt.
Es scheint der Anfang einer erfreulichen Geschichte zu sein … aber es kommen die Piraten und plündern sein Haus … seine Frau wird entführt … einer der Söhne wird von einem Wolf angegriffen, während sich auf den anderen ein Löwe stürzt.
Vor diesen Ereignissen bricht Eustachius in ein qualvolles und verzweifeltes Weisen aus ...
Zwanzig Jahre später finden sich alle wie durch ein Wunder wieder.
Die Qual scheint zu Ende zu sein, aber … Eustachius weigert sich, den Göttern weitere Opfer zu bringen und wird deshalb dazu verdammt, zusammen mit seiner Frau und seinen Söhnen von einem Löwen zerfleischt zu werden.
Aber das Tier traut sich nicht, sie anzugreifen und der Kaiser befiehlt, daß sie in einen glühenden Stier eingeschlossen würden.
Diese Geschichte, eine Bild-Novelle, endet mit der Darstellung der Anmut des Antlitzes der Märtyrer im Todesschlaf und in der Seligkeit, daß ihre Seele von den Engeln in den Himmel getragen wird.
Der Hl. Eustachius wird zusammen mit dem Hl. Hubert in ganz Italien als der Schutzpatron der Jäger betrachtet, aber um Pomposa hat ihm die Volksweisheit eine andere Aufgabe zugeteilt. Der Heilige wird angerufen, um verlorene Gegenstände zu finden und, so die Gläubigen, Eustachius enttäuscht den Bittenden niemals.

 

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Im Hof, seitlich der Kirche, befindet sich der Kapitelsaal.
Das herrliche Portal aus Terrakotta und die beiden zweibogigen Fenster heben die Bedeutung dieses Saals hervor, in dem sich das Kapitel, der Senat des Klosters, versammelte.
An der gegenüber liegenden Wand befindet sich die Kreuzigung, zu deren Seite die Apostel Petrus und Paulus … Benediktus und S. Guido dargestellt sind.
Die Monochromie der zwölf Propheten steht im Gegensatz zur lebhaften Polychromie der Kreuzigung und der Abbildung der Heiligenund das bezeichnet zwei verschiedene Zeiten: vor und nach der Geburt des Messias.

 

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Die wirtschaftliche Macht von Pomposa war groß: ein unermeßlicher, auf zahlreiche Diözesen aufgeteilter Reichtum. Er umfaßte Salinen, Fischereitäler, Wälder, Weinberge, Weiden, fruchtbare Ländereien.
Eindeutiges Zeichen dieser irdischen Macht ist der Palast der Region, wo der Abt seine Gerechtigkeit walten ließ; er war in der Tat die höchste politische Autorität sowohl für die kaiserliche als auch für die kirchliche Investitur auf der Insel von Pomposa.

 

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Im Refektorium nahmen die Mönche in einer absoluten Stille, die nur von der Stimme des mit dem Vorlesen einer heiligen Schrift beauftragten Mönchen unterbrochen wurde, ihre Mahlzeiten ein.
Erst vor kurzem entdeckte große Flächen sind ein Beweis der rein dekorativen Malereien, die die Wände verzierten.
Bewundernswert sind drei Werke aus den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts von Pietro da Rimini an der Rückwand.
Das Letzte Abendmahl …
Der Erlöser zwischen der Mutter Gottes und dem Täufer, Benediktus und Guido.
Das Wunder. Der Hl. Guido, Abt von Pomposa, bei dem der Erzbischof von Ravenna Gebeardo zu Gast ist, bezeugt seine Ehrerbietung und bei dieser Gelegenheit verwandelt er das Wasser in Wein.
Bewunderungswürdig ist die Darstellung des Gemütszustandes der Gestalten, der von der Überraschung von Gebeardo zur Verwunderung der drei Edelmänner in seinem Gefolge … von der nachdenklichen Ruhe des heiligen Abtes zur tiefen Kontemplation der Mönche geht, die sich über das Ereignis keineswegs verwundern.

 

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Von der Zeit und den Renovierungen angegriffen symbolisiert dieser Mönch den größten Reichtums von Pomposa: die Bücher.
Bücher, welche die Mönche mit Sorgfalt und Liebe sammelten und aufbewahrten, glossierten, kopierten und mit Miniaturen verzierten.
Bücher, die nicht nur das Wort Gottes und der Kirchenväter enthielten, sondern auch das Wissen der Alten und deren Lebensgeist.
Die wahre Seele von Pomposa war und ist ihre kulturelle Größe, insbesondere ihr Beitrag in der Entfaltung des Humanismus, der den Anfang der modernen Kultur, der Renaissance, darstellt.
Die Bibliothek von Pomposa war sehr reichhaltig und nicht einmal Rom, damaliger Mittelpunkt der Welt, konnte mit ihr wetteifern.
Hierher kamen die Gläubigen der Antike.
Nach Pomposa kamen die venezianischen Prähumanisten Lovato Lovati und Albertino Mussato, um die glorreichen Väter Orazio, Tito Livio, Seneca, Cicerone, die hinter den Mauern des Klosters beherbergt waren, zu befreien und sie dem Petrarca, Vater des Humanismus, zu übergeben.
Aber Pomposa kommuniziert nicht nur durch ihre Bücher mit der Welt.
Zwischen diesen Mauern veranlaßt alles zur Meditation und zur Kommunikation, wie der Turm, der seine Erhabenheit auch in jenen Entfernungen aufzwingt, wohin das Leuten seiner Glocken nicht gelangt. Er ist seit jeher Bezugspunkt für die Schiffe auf der Adria und für die Menschen, die sich auf der umliegenden, ausgedehnten Ebene bewegen.
Der Mensch von heute ist Opfer der Gewalt der faszinierenden jedoch trügerischen Geräusche, Lichter, Farben und Bilder.
In einer Welt, dem Mittelalter, die laut Überlieferung von der Dunkelheit umgeben war, war Pomposa Kino, Fernsehen, Buch, Zeitung.
Sie war es mit ihren Tieren, ihren Geschichten, den Wundern, den Teufeln, den Engeln und Heiligen, die die Augen der Mönche und Gläubigen begeistert und befriedigt bewunderten.
Während sich die Augen auf das Lesen der heiligen Schriften in den Gemälden fixierten, folgte der Geist der Phantasie von neuen Himmeln und neuen Erden. Die Musik erfüllte das Herz mit Glückseligkeit und die Seele vereinte sich mit den Choren der Engel.

 

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Ja, die Musik! In Pomposa erfindet der Mönch Guido die Musiknoten, deren Harmonie den Gesang begleitet … "Wie die Sterne einer nach dem anderen den Tag begleiten, so sprudeln die Verse der Salmen einer nach dem anderen aus dem Mund des Mönches, wie aus einer Quelle, hervor."
S. Pier Damiani, der sich im Gespräch mit Dante im Paradies mit großer Zuneigung seines Aufenthalts in Pomposa erinnert, beschreibt diese Stadt mit folgenden Worten:
   DAS HAUS UNSERER FRAU AN DER KÜSTE VON ADRIANO
Dante, Paradiso, XXI, 121 - 123

 

 

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